Blankom

BLANKOM

Eine wechselvolle Geschichte

Die Blankom Antennentechnik GmbH war der letzte verbliebene selbstständige einheimische Hersteller von Antennentechnik in den neuen Bundesländern. Der Firmensitz befand sich in Bad Blankenburg in Thüringen. 1919 gründete Herman Pawlik die Elektrotechnische Fabrik Heliogen in Königsee/Thüringen (auch als Großhandel für Schwachstrom-Kleinteile) der Besitzer wurde 1945 enteignet. 1946 bis 1949 arbeitete der Betrieb als sowjetische Aktiengesellschaft (SAG). Daraus entstand 1950 der VEB Fernmeldewerk Bad Blankenburg (RFT) und 1961 der VEB Antennenwerke Bad Blankenburg. 1970 wurde der Betrieb in das Kombinat Sternradio Berlin eingegliedert. Bis zur Wende entwickelte sich das Unternehmen zum führenden Hersteller von Antennentechnik in Osteuropa. 1990 wurde der volkseigene Betrieb in eine GmbH überführt, der 1991 als Treuhandbetrieb den Namen Blankom Antennentechnik GmbH führte. 1992 erwirbt die Firma Ankaro einen Mehrheitsanteil am Unternehmen und firmiert als BLANKOM Antennentechnik GmbH & Co. KG. 1996 schied Ankaro als Gesellschafter wieder aus, die Anteile wurden von Mitarbeitern übernommen. Nun hieß das Unternehmen fortan wieder BLANKOM Antennentechnik GmbH. 2002 beteiligt sich die Blankom Antennentechnik GmbH an der Blankom Digital GmbH (später HILKOM GmbH), welche aus ehemaligen Mitarbeitern der FUBA Hans Kolbe & Co. hervorging. FUBA hatte zuvor jahrzehntelange Erfahrungen im Kabelfernsehbereich und wurde 1998 von Motorola übernommen. Die Erfahrungen mit professionellen Kopfstellen aus Bad Salzdetfurth ergänzten seitdem bestens das Knowhow in Bad Blankenburg.

Technische Meilensteine

  • 1919 Herstellung und Vertrieb von Fernsprechgeräten und Telefonzubehör
  • 1953 UKW-Radio-Antennen
  • 1955 Fernseh-Antennen
  • 1958 Antennen-Verstärker, Autoantennen
  • 1962 UKW-Tuner, Drucktastenschalter
  • 1970 UHF-Antennen
  • 1976 Radio-Kassettenrekorder „Anett“ und „Babette“
  • 1979 modulares Verstärkersystem für Großgemeinschaftsantennenanlagen
  • 1984 Rundfunkempfänger „Bermuda“ und „Saturn“
  • 1986 Fertigung von Autoradios und Entwicklung des Satellitenreceivers SFE200
  • 1988 Lizenzfertigung von Blaupunkt-Autoradios
  • 1991 erste Generation von mikrorechnergesteuerter Kopfstellentechnik
  • 1996 MiniSat-Kopfstellen
  • 1999 Prof-800-Kopfstellensystem
  • 2006 fernsteuerbare Kopfstellen A-, B- und C-Line
  • 2010 ultrakompakte Mehrkanalkopfstellen SBL 

IPTV und HbbTV (Smart TV) verbindet Fernsehen und Internet

Im September 2011 vereinbarten Blankom, Kathrein und Occilion eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung von IPTV-Lösungen. Im gesamten Markt wurden erhebliche Entwicklungskapazitäten in diese neue Technologie investiert. Anwendungen finden sich bisher nur in Großprojekten. Der Einsatz z.B. in Hausanlagen (z.B. Hotels) ist noch zögerlich, da diese Technik recht teuer ist und eine Vorort-Administration erfordert. Durch die fortschreitende Konvergenz der Netze und den zunehmenden Glasfaserausbau wird die Bedeutung von IPTV spürbar zunehmen.

Innovation bei Kabelkopfstellen

Seit jeher war die Entwicklung zukunftsfähiger Hightech-Lösungen für das Kabelfernsehen Tradition im Hause Blankom. Entwicklung von Hardware und Software in Kooperation mit Hochschulen und Universitäten, eine eigene hochmoderne Leiterplattenbestückung und jahrzehntelange Erfahrungen in der Branche ließen Blankom zu einem Kompetenzzentrum der digitalen Signalübertragung wachsen, welches die Fernseh- und Internetwelt aufs Beste zusammenführte.

2016 stellte Blankom neue Systemeinheiten vor (LANIOS), deren Monitoring und Management über LTE erfolgen kann. Das LTE-Modul ist abwärtskompatibel zu allen gängigen Mobilfunkstandards. Dieses Modul kann auch als Modem und VLAN-Terminal in anderen Anwendungen arbeiten (Infokanäle, mobile Datendienste im Verkehrswesen, Baustellen- und Verkehrsüberwachung) 

Beratung und Betreuung für BLANKOM-Headends

Die Planung von Netzen mit Kopfstellen erfordert ein umfangreiches Fachwissen.

Die Werner GmbH war seit 1991 BLANKOM-Partner.

 

Das bittere Ende

Bedauerlicherweise meldete Blankom Ende 2014 Insolvenz an. Carolin und Wolfgang Schlüter (Polytron) versuchten, den Traditionshersteller zu retten, was leider misslang.

Am 1.12.2016 wurde erneut das Insolvenzverfahren eröffnet, nachdem kein neuer Investor gefunden werden konnte. Nach fast 100 Jahren ging damit der letzte bedeutende ostdeutsche Branchenvertreter endgültig von Bord.  

Wir können uns nur noch bei allen ehemaligen Blankom-Mitarbeitern für 26 Jahre vertrauensvolle und stets angenehme Zusammenarbeit bedanken.


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